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Ein Versuch die Funktionsweise des Boltek-Systems (Blitz-Dedektor) technisch -stark vereinfacht- und ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erläutern.
Das System so wie ich es derzeit betreibe, besteht aus einer aktiven Antenne, einer Messeinheit und aus dem Programm Lightning 2000, nachfolgend "Software" genannt.
Die aktive Antenne ist auf dem Hausdach befestigt, innerhalb eines PVC-Rohrs, damit keine Nässe eintreten kann. Mittels Standard Ethernet-Twistet Pair erfolgt die Verbindung zur Messeinheit. Darüber erfolgt auch die Stromversorgung der Antenne. Die Antenne hat (wirklich stark vereinfacht, vielleicht auch unvollständig) 2 elektrische Spulen, mit denen registriert sie die von Blitzen ausgelöste Änderung der elektrischen Felder. Da es sich um 2 Spulen handelt, erfolgt so die Richtungsbestimmung, und zwar ziemlich zuverlässig. Da die Antenne nach Norden ausgerichtet ist, ist eine Voraussetzung für die Kartenanzeige erfüllt.
Die Entfernungsbestimmung erfolgt anhand der Signalstärke des Blitzes. Wer schon mal bei Gewitter auf Kurzwelle gehört hat oder bei nahen Gewittern auch auf UKW, der hat auch schon das "krachen" der Blitze vernommen. Je lauter, desto stärker im Allgemeinen. Das Problem dabei ist zu bestimmen, wie "stark" muss ein Blitz sein, damit er z. B. 100 km weit weg ist. Es gibt kein Referenzblitz, in einem Gewitter gibt es schwache und starke Blitze. Das ist der Grund warum die Entfernungsbestimmung sehr ungenau ist, insbesondere bei weit entfernten Gewittern. Je mehr Blitze pro Zeiteinheit in einem Gewitter, desto genauer kann die Entfernung bestimmt werden, da die Software Mittelwerte bildet. So werden auch die Gewitterzonen errechnet und in der Karte "umrandet". Besonders ungenau wird es, wenn 2 Gewitter in der selben Richtung aber verschiedenen Entfernungen liegen, also hintereinander. Dann hat die Software keine Chance: Sie zeichnet das Gewitter in die Mitte zwischen den beiden Gewittern ein und die Anzeige wird damit zuverlässig falsch.
Die Messeinheit bereitet den Messdatensatz auf, der Zeit, Stärke und Richtungskoordinaten enthält und sendet diesen an den PC (Serielle Schnittstelle). Die Software greift den Datensatz ab und zeichnet Anhand der Richtungsangaben und der selbst gemittelten Entfernung den Blitz in die Karte ein. Das funktioniert auch wenn sehr viele Blitze in kurzer Zeit auftreten. Ich war selbst überrascht, selbst bei 100 Blitzen pro Minute keine Spur von "Rechner in die Knie" und kein Blitz ging verloren. Aber etwas Power sollte der PC dann schon haben.
Vielen Dank an Peter Wenner (DH8PW) www.peterwenner.de/wetter/wetter.html für die Technische Beschreibung
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